Eigentlich widerspiegelt Winter-Camping, auf den ersten Blick nicht direkt ein glamouröses Leben à la Willy Bogner (ja, der von Fire and Ice). Ausser man wintercampt in einem Mercedes-Benz Marco Polo 300 d. Dann werden der Roadtrip und das Nächtigen in der Kälte plötzlich deutlich wertiger. Und angenehmer. Und das Unterfangen wird zu einem einmaligen Abenteuer für verwöhnte Zivilisationsmenschen.

Ein Fahrgefühl wie in einem PW und selbst eine Standard-Tiefgarage stellt dank 199cm Fahrzeughöhe kein Problem dar, dies sind doch sch einmal die richtigen Rahmenbedingungen für einen Stadtmenschen auf der Flucht. Die 240 PS und die 9G-TRONIC-Automatik erlauben eine recht spritzige Beschleunigung und im Autopiloten ist das Cruisen über die Bahn fast schon meditativ. Den Tempomat gibt es gegen Aufpreis auch adaptiv, so kann der Kopf auch Mal in die Ferne schweifen.

Gerade hinter dem Fahrersitz befindet sich der Kochherd und das Spülbecken, Einbauschränke und, wichtig, das eigene Bett. In die Hotelgarage fahren, einchecken, anderen Hotelgästen begegnen, Zimmer nicht gut finden, an die Rezeption mäckern gehen, ein neues Zimmer erhalten, Nachtessen mit 100 anderen Hotelbewohnern…; nichts davon steht auf dem Plan. Dafür aber auf dem verschneiten Berg am eisigen See ankommen, den Marco Polo einrichten, es sich gemütlich machen und seinen eigenen z’Nacht aufsetzen. Allein, mit Blick in die Einsamkeit und rundherum nur Stille.

Die Reise führt weiter über Strassen, die so verlassen sind, dass man sich an einem ganz anderen Ort auf der Welt wähnt; einem verlassenen halt, irgendwo in den Weiten Skandinaviens oder Islands. Oder in Aspen, da wo die in unserer Generation legendäre Schnee-Operette «Fire and Ice» spielt.

Minutenlang fährt man alleine durch immer verschneitere Wälder, vorbei an Weilern und einsamen Höfen (mit schätzungsweise frierenden Kühen auf halb verschneiten Weiden), auf Serpentinen den Berg hinauf, über schmale Brücken und durch winterschlafende Tunnel.

Der Mercedes-Benz Marco Polo 300 d hat damit überhaupt keinen Stress; der Haupttank fasst 70 Liter Diesel, das reicht bei einem Verbrauch von gemessenen 8,5-9,5 Litern zwar nicht ganz bis in den hohen Norden, aber man wird vorher eine Pinkelpause einlegen müssen, als der Tank leer ist.

Mercedes-Benz Marco Polo Wintervanlife

Und nun ist er endlich da, der Ort, an dem die Gedanken schon länger angekommen sind, als man selber.Noch die letzten Meter schneebedeckter Serpentinen bis zum See überwinden (dank 4Matic kein Thema für den Marco Polo 300 d), den kriminell engen Tunnel durchfahren und dann öffnet sich plötzlich das Plateau vor einem, der See liegt still und kalt da, umgeben von schneebedeckten Bergen, kein Geräusch ausser dem leisen Pfeifen des eisigen Windes ist zu vernehmen; die Destination Sehnsucht ist erreicht.