Typisch Winter: Draussen ist es bitterkalt und drinnen gemütlich warm. Gerade frühmorgens, wenn das Auto über Nacht eingeschneit wurde, wird es vor der Fahrt beim Freikratzen der Scheiben ungemütlich. Doch die Polizei drückt kein Auge zu, schon gar nicht, wenn der Fahrer nur durch ein Guckloch sehen kann. Aber nicht nur bei „Iglu-Fahrten“ schreiten die Gesetzeshüter ein. Was sonst noch zu einer Busse im Winterfahrbettrieb führen kann, sehen Sie hier.

Scheiben komplett frei kratzen

Viele vermeidbare Unfälle lassen sich auf nicht freigekratzte Scheiben zurückführen. Ein kleines Guckloch reicht nicht aus, um den Verkehr zu überblicken. Gesetzlich muss die ganze Frontscheibe sowie die beiden vorderen Seitenscheiben und die Aussenspiegel schnee- und eisfrei sein. Wer das nicht macht, riskiert eine Busse und obendrein noch einen Ausweisentzug von mindestens einem Monat. Und wer die Mär vom Kübel mit heissem Wasser glaubt, sollte sich schon mal die Nummern von Desa, Carglass etc. heraussuchen.

Schneedecke entfernen

Nicht nur die Front- und Seitenscheiben sollten schneefrei sein, sondern auch der Rest des Fahrzeuges. Das Autodach, die Motorhaube sowie die Heck- oder Kofferraumklappe müssen vor der Fahrt vom Schnee befreit werden. Herunterfallender Schnee kann sowohl Sie bei einem Bremsmanöver im dümmsten Moment überraschen oder nachfolgende Autofahrer behindern und sogar gefährden, wenn der Schnee durch Beschleunigung und Fahrtwind nach hinten wegrutscht.

Motor laufen lassen

Wer es für eine gute Idee hält, das Auto vorzuwärmen, indem man es während des Eiskratzens und Schneeentfernens laufen lässt, riskiert ebenfalls eine Busse. Den Motor unnötig laufen zu lassen, wird mit 60 Franken gebüsst. Wie lange „unnötig laufen lassen“ bedeutet, liegt im Ermessen der Gesetzeshüter. Aus eigener Erfahrung: “lange” kann ganz schön kurz sein.

Winterreifen montieren

In der Schweiz gibt es zwar keine Winterpneu-Pflicht. Bestraft wird aber, wer auf Grund ungenügender Bereifung einen Unfall verursacht oder den Verkehr behindert. Die Konsequenz: Führerausweisentzug von mindestens einem Monat und eine Bestrafung in Form einer Busse oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen grober Fahrlässigkeit beziehungsweise dem Benutzen eines nicht-betriebssicheren Fahrzeuges.

Betriebssicherer Winterreifen

Nicht jeder Winterreifen gilt als betriebssicher. Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm. Empfohlen ist aber eine Mindestprofiltiefe von 4 mm. Eine ungenügende Profiltiefe kann eine Busse von 100 Franken pro fehlerhaften Pneu zur Folge haben – also insgesamt 400 Franken, wenn alle Gummis runter sind.

Ski und Snowboard transportieren

Ski und Snowboard dürfen auf dem Dach nur mit einer speziellen Halterung transportiert werden – nicht aber auf dem Beifahrer- oder Rücksitz. Sportgeräte können die Insassen bei einer Vollbremsung nämlich schwer verletzen. Erlaubt ist es, die Sportgeräte in der dafür vorgesehenen Öffnung in der Lehne des Rücksitzes zu transportieren. Wer sein Sportmaterial in Dachboxen transportiert, muss darauf achten, dass die maximale Dachlast gemäss Herstellerangaben nicht überschritten wird.

Gas geben mit Ski- oder Snowboardschuhen

Haben Sie auch schon beobachtet, wie Snöber ihre Schuhe gar nicht wechseln, bevor sie ins Auto steigen? Ist das erlaubt? Jein, explizit verboten ist es nicht – genauso wenig mit Badeschlappen, barfuss oder High-Heels zu fahren, aber wenn etwas passiert, kann man von der Versicherung dafür haftbar gemacht werden. Also besser, Ski- und Snowboardschuhe ausziehen und in bequemeren Strassenschuhen fahren.

Planen Sie mehr Zeit ein und befreien Sie das Auto restlos von Schnee und Eis! Die Fahrt bei winterlichen Verhältnissen ist gefährlich genug, als dass man es durch Nachlässigkeit noch riskanter machen muss. Auserdem können die kumulierten Bussen bis zu 500 Franken kosten.

Hier finden Sie den Bussgeldkatalog der Schweiz

Zum Wintersport fährt man auch gerne mal in das angrenzende Ausland. Hier finden sie die Bussgeldkataloge für Österreich, Deutschland, Italien und Frankreich